Frequenzen

Mobiles Internet läuft über Datenfunk. Funk breitet sich, physikalisch gesehen, wellenförmig aus. Die Schnelligkeit, mit der die einzelnen Wellenberge aufeinander folgen, wird als Frequenz bezeichnet.

Der Funkraum selbst ist nach diesen Frequenzen aufgeteilt: Bestimmte Dienste wie Polizeifunk oder Rettungsfunk haben eine festgelegte Frequenz, auf der sie senden und empfangen. Andere Frequenzen werden von Satelliten für Fernseh-Übertragung oder den Kontakt zu Navis in Fahrzeugen genutzt. Etliche Frequenzen sind für militärische Zwecke reserviert. Manche Frequenzen werden für alltägliche Funktionen genutzt, die per Funk arbeiten, ohne dass uns dies immer bewusst ist: Der Autoschlüssel, mit dem ich aus der Ferne per Knopfdruck den Pkw auf- und zuschließen, die Fernbedienung des  Fernsehapparates oder des Garagentores.

Feste Frequenzzuteilung sorgt für Ordnung im Funkraum

Wie Sie sehen, gibt es eine Menge an Anwendungen, die wir täglich nutzen und die dauernd funken. Diese verschiedenen  Anwendungen müssen unterschiedlichen Frequenzbereichen zugeteilt sein. Sonst würden sich die einzelnen Funksignale überlagern und gegenseitig stören. Sie könnten also, vereinfacht gesagt, nicht störungsfrei telefonieren, wenn sie gerade mit der Fernbedienung ein neues Programm am Fernsehapparat einschalten. Deshalb werden auch dem Mobilfunk – also dem Funk, über den Sie mit dem Laptop oder Smartphone ins mobile Internet gehen – bestimmte Frequenzen zugeteilt.

Diese sind allerdings von Land zu Land unterschiedlich. Das hat historische Gründe: Die einzelnen Frequenzen wurden zu Zeiten auf bestimmte Funktionen verteilt, als es noch nicht gang und gäbe war, dass Menschen sich global bewegen und jeder ein bis zwei kleine Funkstationen in Form von Smartphone oder Surfstick mit sich herumträgt.

Der Funk war in den Anfangsjahren eine geschlossene Veranstaltung und wurde erst genutzt von Schifffahrt und Militär, dann kamen Radiostationen und Luftfahrt dazu, schließlich noch Fernsehen und Raumfahrt. So gab es international eine erste Aufteilung des Funkraums, die Details wurden dann regional und von einzelnen Ländern geregelt. Das erklärt, warum in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Frequenzen für Mobilfunknetze existieren.

Die Eigenschaften der Frequenzen

Die Frequenz eines Funksignals hat bestimmte physikalische Eigenschaften, die den Einsatz in bestimmten Bereichen möglich machen. Generell kann man sagen: Je höher die Frequenz, desto besser ist das Funksignal, doch desto geringer ist auch seine Reichweite. Mit sehr hohen Frequenzen habe ich also ein gutes Signal mit einer kurzen Reichweite. Mit sehr niedrigen Frequenzen  habe ich kein so gutes Signal, dieses hat aber eine größere Reichweite und die Gebäudedurchdringung ist besser – also kann man das Signal besser in geschlossenen Räumen empfangen.

Wenn Sie Radio mit einem herkömmlichem Radioapparat – also nicht übers Internet – hören, dann können Sie die unterschiedlichen Eigenschaften der Frequenzen nachvollziehen: Die Ukw-Sender (hohe Frequenz) kommen aus dem lokalen oder regionalen Bereich. Mit Mittelwelle-Sendern rauscht und knackt es, aber man kriegt auch internationale Sender aus den Nachbarländern. Mit Langwelle, einem sehr niedrigen Frequenzbereich können Sie auch direkt was aus China hören – aber der Ton ist halt wirklich nicht gut.

Internationale Mobilfunkfrequenzen

International werden in UMTS-Netzen folgende Frequenzen genutzt: 900 und 2100 Megahertz werden in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum genutzt. 850 Megahertz findet man auf dem amerikanischen Kontinent, in Australien. Neuseeland, sowie in Ländern Asiens und Europas. Dazu kommen in einzelnen Ländern noch verschiedene andere Frequenzen.

LTE wird in Europa meistens auf 800 und 2600 Megahertz betrieben, dazu kommt noch das 1800 Megahertz-Band. Weltweit sind die am meisten genutzten LTE Frequenzen 700, 800, 1800 und 2600 Megahertz.