Beim mobilen Internet ist Österreich europäische Spitze

Beim Mobilfunk gehört Österreich zur europäischen Spitze: „Die Anbieter sind innovativ und liefern sich einen scharfen Wettbewerb durch attraktive Pakete für die Kunden.“

Dies bescheinigt die Europäische Kommission den Österreichern in ihrem Telekom-Bericht 2010 (erschienen unter dem Titel: „15. Bericht über den Stand des europäischen Binnenmarkts der elektronischen Kommunikation“).

Besonders die mobilen Datendienste sind demzufolge sehr populär - und ihre Verbreitung eine der höchsten in der Europäischen Union: Im Januar 2010 habe der Marktanteil des mobilen Internet bei 15,1 Prozent gelegen, der EU-Durchschnitt lag bei 5,2 Prozent. Gerechnet wurden dabei nur USB-Surfsticks oder Datenkarten, mit denen man ausschließlich eine mobile Datenverbindung aufbauen kann. Smartphones mit denen man sowohl telefonieren als auch surfen kann, blieben also außen vor.

Die Österreicher, so die Experten der Europäischen Kommission - begreifen mobiles Internet oft als Alternative zum stationären Internet und sehen keinen großen Unterschied zwischen beiden Zugängen.

Österreicher surfen via Mobilfunk – aber vom heimischen Herd aus

An die 40 Prozent der Österreicher nutzen mobile Datendienste so fanden Marktforscher heraus. Rund 30 Prozent surfen demzufolge mit dem Laptop - samt USB-Modem oder Datenkarten - im mobilen Internet. Doch wirklich mobil ist nur ein Drittel davon – zwei Drittel nutzt die Technik nur zuhause.

Das schnelle Internet per Mobilfunk – es wächst und wächst in Österreich: 2009 stieg die Zahl mobiler Breitbandanschlüsse um ein Drittel; drei von vier neuen schnellen Internetzugängen, die 2009 aktiviert wurden, waren mobil, so die österreichische Aufsichtsbehörde Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH.

Mobile Dienste

Auf die Frage, welche der übers Handy angebotenen mobilen Dienste interessant seien,  entschieden sich die meisten Österreicher (25 Prozent) für das Senden und Empfangen von Emails, an zweiter Stelle lag das Abrufen des aktuellen Wetterberichts (24 Prozent) dann folgten die Suche nach Adressen und Telefonnummern (23 Prozent), das Abrufen von aktuellen Nachrichten beziehungsweise Routenplanung und Nutzung von Kartendiensten (jeweils 22 Prozent; Stand Dezember 2009).

Vergleichsweise weit verbreitet ist in Österreich ein Dienst am Autofahrer: Parkgebühren per Handy zahlen - 35 Prozent der österreichischen Autofahrer nutzen dieses sogenannte M-Parking, so erklärte der Chef des Mobilfunkbetreibers A1 Hannes Ametsreiter in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung „Standard“

Was geht ab in Österreichs mobilem Internet

Die Forscher des Instituts für Medieninformatik an der Fachhochschule St. Pölten untersuchten in der Studie „Verwendbarkeit und Verwendung des mobilen Webs“ das Verhalten von österreichischen Nutzern des mobilen Internet und das Angebot an mobilen Webseiten in Österreich.

Siebzig Prozent der mobilen Internetnutzung in Österreich entfallen demzufolge auf Informationen - auf Aktuelles wie Nachrichten und Wetter 27 Prozent, auf Allgemeines wie Wörterbücher oder Lexika 23 Prozent und auf die Abfrage aktueller Daten wie Fahrpläne oder Aktienkurse 20 Prozent. 17 Prozent kommen auf Unterhaltung (Videos, Musik Spiele), 13 Prozent auf soziale Netzwerke (Facebook, StudiVZ).

Von den mobilen Webseiten bieten 44 Prozent ein rein österreichisches Angebot, der größte Teil der übrigen Seiten richtet sich an den gesamten deutschsprachigen Raum. Positives gibt es hier von den gedruckten Medien zu vermelden – die österreichischen Tageszeitungen haben durchgängig eine mobile Version im Angebot. Und auch die Touristik-Branche, so die Autoren der Studie, steigt zunehmend ins Mobilgeschäft ein und präsentiert aktuelle Daten wie Wetter, Schneelagen, Windgeschwindigkeiten und Wassertemperaturen mobil.

Autor: ET