20.12.2011

LTE-Ausbau in Österreich

Der LTE-Ausbau in Österreich schreitet weiter voran, doch vorerst nur in den Städten. Die Versteigerung der 800-Megahertz-Frequenzen, die für den Ausbau auf dem Land notwendig sind, steht erst im September 2012 an.

Damit droht Österreich ins Hintertreffen zu geraten, was den Ausbau mobiler Netze in Europa angeht. Bisher war Österreich immer ein Vorreiter im mobilen Datenfunk.

Die Ausbaupläne von T-Mobile sind ehrgeizig

Bei den LTE-Ausbauplänen für die Zukunft geht T-Mobile am weitesten. Der Anbieter versorgt zum Ende des Jahres 2011 etwa 600.000 Österreicher mit schnellem LTE-Internet. Um schnell auch den Rest mit LTE zu erreichen, werden derzeit alle 2G-Standorte in Österreich mit neuestem GSM-Equipment aufgerüstet. Sie werden damit LTE-ready, können also schnell und unkompliziert mit LTE ausgerüstet werden. Dieser Netzumbau soll bis Ende 2012 fertiggestellt sein. Zum Anfang des Jahres 2013 ist dann also mit flächendeckender Versorgung mit LTE durch T-Mobile zu rechnen.

A1 will im Lauf des Jahres 2012 weitere Teile Wiens und die Landeshauptstädte mit LTE versorgen. Nähere Angaben macht das Unternehmen nicht, außer dass man zu Anfang 2012 mehrere LTE-fähige Geräte im Portfolio haben werde. Der Betreiber Hutchison 3G, in Österreich bekannt als „3“, hält sich derzeit zurück mit Ausbauplänen. Das Unternehmen dürfte mit der Übernahme von Orange ausgelastet sein. Ende 2011 versorgt Hutchison 3G 200.000 Menschen in Wien mit schnellem Internet über LTE, bis Mitte 2013 sollen 25 Prozent der verkehrsreichen Gegenden Österreichs dazu kommen.

Gemächlicher Fahrplan für die LTE-Versteigerung

Die Behörden drücken jedenfalls nicht aufs Gaspedal beim LTE-Ausbau. Die Versteigerung der digitalen Dividende, also der Frequenzen um 800 MHz, die bei der Abschaltung des analogen, terrestrischen Fernsehens frei wurden, findet erst im September 2012 statt. Zum Vergleich: Im Nachbarland Deutschland wurden diese Frequenzen bereits im Mai 2010 an die Netzbetreiber versteigert und seit Ende 2010 sind die ersten Stationen auf dieser Frequenz in Betrieb.

Für eine flächendeckende Versorgung sind diese Frequenzen unumgänglich, denn sie haben eine große Reichweite und eine gute Gebäudedurchdringung. Damit ist der Ausbau in dünn besiedelten Gebieten möglich. Laut dem Regulator Georg Serentschy favorisieren die Netzbetreiber eine gemeinsame Versteigerung von GSM- und LTE-Frequenzen; daher sei eine längere Vorbereitungszeit notwendig.

Der Fahrplan wirkt allerdings etwas gemächlich, denn es steht schon eine Reihe von Geräten in den Startlöchern. Sowohl Smartphones als auch Tablets, die über LTE funken können, warten auf den Verkauf, auch in Österreich: Das Samsung Galaxy S II LTE, das Samsung Galaxy Tab 10.1 LTE und Gerüchten zufolge auch das iPad 3. T-Mobile zum Beispiel will schon im ersten Quartal 2012 mit dem Verkauf von solchen Geräten beginnen. Die Zeit drängt also und Österreich droht bei der flächendeckenden Versorgung und damit auch beim massenhaften Verkauf von LTE-fähigen Geräten im internationalen Vergleich hinterherzuhinken.

Autor: JG