23.02.2012

Österreicher wenig begeistert von LTE

Der Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) kommt in Österreich nicht recht in Gang. Die Nutzerzahlen sind laut Mobilfunkanbietern noch recht gering.

Die wenigen Nutzer erreichen gute Geschwindigkeiten

Bei T-Mobile ist nur jeder 20. verkaufte Datensick ein LTE-Stick, so der Konzern, bei A1 gibt es keine genauen Angaben, jedoch sieht es dort auch nicht anders aus. „3“ hat erst im November 2011 mit dem Betrieb von LTE angefangen, dürfte also noch weniger LTE-Kunden haben.

LTE bietet theoretisch bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und bis zu 50 Mbit/s im Upload. Zwar ist auch LTE ein Shared Medium, man teilt sich die Bandbreite also mit anderen Nutzern einer Funkzelle, jedoch dürfte man im Moment noch recht wenige Surf-Konkurrenz haben. Dennoch ist LTE in Österreich noch kein Verkaufsrenner.

Teure Tarife für kleine Ausbaugebiete

Dies hat viele Gründe: Zum einen sind die LTE-Tarife schlichtweg teuer. Bei A1 zahlt man rund 90 Euro pro Monat, bei T-Mobile und „3“ immerhin noch 50 Euro monatlich. Die Netzabdeckung ist zudem noch recht beschränkt. Laut eigenen Angaben erreichte T-Mobile Ende 2011 rund 600.000 Personen in Wien, Linz, Graz und Innsbruck, A1 ist vor allem in Teilen Wiens tätig. „3“ erreichte beim Start von LTE im November 2011 rund 200.000 Bürger in Wien.

Im Verlauf des Jahres 2012 könnte sich die Netzabdeckung stark verbessern, denn bisher fehlen den Netzbetreibern die Frequenzen im 800- und 900-MHz-Band für die Versorgung ländlicher Gebiete. Diese Frequenzen könnten schon im Herbst 2012 versteigert werden; ob der Termin hält, hängt allerdings auch davon ab, ob Orange von „3“ übernommen wird. Verzögert sich der Kauf, verschiebt sich auch die Versteigerung.

Erstes LTE-Smartphone ab März

Ein weiterer Grund für den bisher schleppenden Verkauf von LTE-Tarifen und –Geräten ist liegt in den gut ausgebauten UMTS-Netzen in Österreich. An vielen Orten stehen Beschleunigungstechniken wie HSDPA oder gar HSPA+ zur Verfügung und ermöglichen das Surfen mit theoretisch bis zu 42,2 Mbit/s. Die Kapazitäten sind noch nicht ausgereizt. Solange die Netze nicht unter der Datenlast stöhnen und die Geschwindigkeiten in die Knie gehen, wechseln wohl nur technikbegeisterte Kunden in die teureren LTE-Tarife.

Außerdem gibt es bislang noch kaum Geräte für den Mobilfunkstandard. Nach den Surfsticks kommt nun im März 2012 das erste LTE-Handy auf den österreichischen Markt. Das Velocity 4G von HTC soll zusammen mit dem weiteren Netzausbau für mehr Auftrieb bei LTE sorgen.

Autor: JG