06.03.2012

Frequenzen in Österreich werden versteigert

Im September 2012 werden in Österreich alle Mobilfunkfrequenzen neu versteigert – bis auf jene für UMTS. Die Republik verspricht sich davon Einnahmen von über 500 Millionen Euro für das Budget.

GSM-Frequenzen werden vor ihrer Zeit versteigert

Zur Versteigerung stehen die GSM-Frequenzen sowie die Frequenzen aus dem 800-Megahertz-Bereich. Dieser ist durch die Abschaltung des analogen Fernsehens freigeworden und soll ähnlich wie in Deutschland vor allem für die Versorgung ländlicher Gebiete mit LTE genutzt werden. Durch die langwelligen Frequenzen decken hier wenige Funkmasten große Gebiete ab.

Die GSM-Frequenzen um 900 und 1800 MHz laufen erst 2015 aus, werden aber ebenfalls versteigert. Kritiker sehen darin eine Geldbeschaffungsaktion des Staates, der Telekom-Regulator Georg Serentschy verneint dies. Vielmehr böte die vorzeitige Auktion den Unternehmen die Möglichkeit, sich jetzt neu aufzustellen. Sie hätten dann Investitionsischerheit für viele Jahre. Die Frequenzen werden für 20 bis 25 Jahre vergeben.

Große Herausforderungen für die Netzbetreiber

Die Republik rechnet mit Einnahmen von mindestens 500 Millionen Euro. Jedenfalls ist diese Summe bereits verplant. 250 Millionen Euro bekommt das Finanzministerium, weitere 250 Millionen hat sich das Infrastrukturministerium gesichert. Bringt die Auktion mehr Erlöse, werden diese zwischen den Ressorts geteilt.

Die Netzbetreiber sind auf die Frequenzen angewiesen, müssen also mitbieten, jedoch stellt dies die Unternehmen vor große Herausforderungen. Sinkende Gewinne durch den harten Preiskampf auf dem Mobilfunkmarkt machen ihnen Sorgen. Zudem haben sie die hohen Ausgaben für die UMTS-Frequenz um 2100 MHz im Jahr 2000 teilweise immer noch nicht verdaut: Damals wurde sie für 832 Millionen Euro versteigert. Darüber hinaus wollen die bestehenden Netze ausgebaut werden, dazu kommen Investitionen in die Datenfunktechnik LTE. Diese ist noch weit vom flächendeckenden Ausbau auch nur in den Städten entfernt, hier werden noch viele Millionen fließen müssen. Telekom Austria zum Beispiel musste im Vorjahr starke Verluste hinnehmen. Die Versteigerung könnte den Netzbetreibern also noch einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Verzögert werden könnte die Auktion durch die geplante Übernahme von Orange durch Hutchison („3“). Wenn die Kartellbehörden in Österreich und der EU dem Geschäft nicht rechtzeitig zustimmen, könnte die Auktion gestoppt werden. Alternativ bereitet sich die RTR sowohl auf ein Vier- als auch ein Dreibieterszenario vor.

Autor: JG