08.11.2012

Österreich: Fusion von Drei und Orange – T-Mobile befürchtet Nachteile

Die österreichische T-Mobile befürchtet Nachteile durch die geplante Fusion der Mobilfunkbetreiber Drei-Hutchison und Orange. Durch die Fusion könnten Drei und Orange ihre Frequenzen bündeln, die dann sofort für den LTE-Mobilfunk zur Verfügung stünden.

T-Mobile Österreich ist nach A1 die Nummer zwei am österreichischen Mobilfunkmarkt. Durch die Fusion der beiden kleineren Netzbetreiber befürchtet T-Mobil ins Hintertreffen zu geraten.

Daten machen das Hauptgeschäft aus

Andreas Bierwirth ist seit September Chef von T-Mobile Österreich. Er betont, dass Telefonie und SMS nur noch ein Nebengeschäft seien: „80 Prozent unseres Produkts, also das, was wir übermitteln, sind inzwischen Daten. Wir sind ein mobiles Breitbandunternehmen geworden.“ Das liegt vor allem am starken Anstieg der Smartphones. Die Datennutzung ist bei T-Mobile Österreich im vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent gestiegen.

Um der Datenflut Herr zu werden und den Kunden ein störungsfreies Surfen zu ermöglichen, muss in neue Netze investiert werden. Die Zukunft des Datenverkehrs liegt dabei in der Mobilfunktechnik LTE. T-Mobile Österreich hat in den vergangenen fünf Jahren jedes Jahr rund fünf Millionen Euro investiert.

Fusion gefährdet Investitionen

Erhalten die beiden Netzbetreiber Drei-Hutchison und Orange bei ihrer Fusion keine Auflagen, könnten sie durch die Bündelung ihrer Frequenzen LTE sofort anbieten. Um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden fordert Bierwirth daher von der Regulierungsbehörde eine komplett neue Aufteilung der Frequenzen. Die Entscheidung über die Fusion von Drei-Hutchison und Orange soll noch in diesem Jahr fallen.

Der Mobilfunkmarkt ist in Österreich hart umkämpft. Während im EU-Durchschnitt jeder Handy-Kunde 25 Euro im Monat zahlt, sind es in Österreich nur 18 Euro pro Kunde. Durch den harten Preiskampf würden in Österreich notwendige Investitionen im Mobilfunk aufgeschoben, wie Wolfgang Kniese, Finanzvorstand von T-Mobile Österreich, meint. Österreich sei bei der Investitionsquote von einem Spitzenplatz im vergangenen Jahrzehnt im EU-Durchschnitt deutlich zurückgefallen. Durch die geplante Fusion seien weitere Investitionen gefährdet.

Autor: MB