01.09.2014

Daten-Roaming im Ausland: Beratung und Tipps

Mit der Sommerzeit kommt auch die Urlaubszeit. Und die Lieben zu Hause wollen natürlich regelmäßig über die Erlebnisse im Ausland informiert werden. Daher bleibt das Smartphone auch im Urlaub ein wichtiger Begleiter. Doch das Handy kann gerade im Ausland wegen des UMTS-Roamings zu einer Kostenfalle werden.

Mit dem Smartphone im Urlaub surfen (Foto: Michael Coghlan / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Der Ratgeber der Website www.umtssticks.de erklärt, was Sie vor der Abreise deshalb unbedingt wissen müssen. Viele Smartphone-Besitzer telefonieren, simsen und surfen mit Allinculsive-Tarifen. Einmal zahlen, alles drin und über die tatsächlichen Kosten muss man sich keine Gedanken mehr machen. Doch im Ausland gelten diese Pauschalpreise bei Handy-Flats nicht mehr.

Funknetz manuell einstellen

Die österreichischen Mobilfunkanbieter kooperieren beim UMTS-Roaming im Ausland mit ausländischen Netzbetreibern. Das Smartphone bucht sich also automatisch in das ausländische Netz ein. Allerdings muss dieses nicht immer auch das günstigste Netz sein. Es ist daher sinnvoll, sich vor der Abreise über die 3G & 4G-Tarife der Netzbetreiber im Urlaubsland zu informieren. Dann kann man sich vor Ort manuell in das günstigste Netz einwählen.

Dazu müssen Sie zunächst die automatische Netzsuche im Einstellungsmenü deaktivieren und anschließend den gewünschten Datentarife-Anbieter auswählen. Das kann vor allem von Vorteil sein, wenn sie sehr grenznah Urlaub machen. Stehen die entsprechenden Netze noch zur Verfügung, können Sie sich auch in das deutsche Funknetz einwählen, auch wenn sie sich faktisch im Ausland befinden.

EU-Regelung zum Smartphone-Roaming im Ausland soll Kunden schützen

Viele Telekommunikationsanbieter offerieren zu ihren normalen Smartphone-Flats bereits automatisch spezielle Auslandspakete. Vorwiegend gelten diese Angebote speziell für die Nutzung des mobilen Internets im Ausland. Entsprechende Leitungen für das Telefonieren können aber optional zu den Allinculsive-Flats hinzugebucht werden. Dabei gibt es einige Angebote bei denen Telefonate außerhalb der EU deutlich günstiger sind.

Prinzipiell gilt seit 2007 eine einheitliche EU-Regelung für Roaming-Gespräche. Demnach zahlt der Kunde höchstens 35 Cent pro Minute, wenn er aus dem EU-Ausland nach Hause telefoniert. Wird er angerufen, darf ihn dies maximal zehn Cent pro Minute kosten. Im Juli 2013 werden die Kosten nochmals gesenkt. Dann kosten abgehende Anrufe nur noch maximal 29 Cent, ankommende Anrufe acht Cent. SMS werden nur noch zehn Cent statt bisher elf Cent kosten. Angestrebt wird auf lange Sicht, dass bis 2016 innerhalb der EU einheitliche Handy-Flats gelten.

Auch das mobile Surfen ist begrenzt. Allerdings nach einem anderem Prinzip. Um hier unerwartet hohe Kosten zu vermeiden, wird die Datenverbindung gekappt, sobald ein Betrag von 59,95 Euro erreicht wurde. Danach muss der Kunde erst ausdrücklich zustimmen, um das mobile Internet weiter nutzen zu können. Die Kosten für die Internetnutzung liegen in der EU noch bei 83 Cent pro Megabyte, seit Juli 2013 sank der Preis dann auf 54 Cent. Diese Regulierung gilt aber nur innerhalb der EU, in Nicht-EU-Ländern liegt der Preis pro Megabyte deutlich darüber: das reicht bis zu 35 Euro pro Megabyte. Das bedeutet, dass dort  somit auch die Kostensperre viel schneller erreicht wird.

3G & 4G-Roaming im Ausland: Automatischen Datenempfang deaktivieren

Egal ob EU oder Nicht-EU-Ausland in jedem Fall sollte der automatische Datenempfang auf dem Smartphone zur eigenen Kostenkontrolle deaktiviert werden. Denn auch ohne es bewusst zu merken, verbinden sich viele Apps und E-Mail-Programme regelmäßig mit dem Internet. So können Kosten entstehen ohne dass Sie das Internet aktiv nutzen. Wer nicht auf das Internet verzichten will, der sollte sich besser über Wireless LAN

-Hotspots einwählen. Diese gibt es in den meisten Hotels und können kostenlos genutzt werden. Sie müssen sich zum Surfen daher nicht zwingend in das Mobilfunknetz einwählen.

Über solche offenen Netze können Sie mit den entsprechenden Anwendungen sogar zum Nulltarif Telefonieren: zum Beispiel über die Programme „Skype“ oder „Fring“. Kostenlos funktioniert das Telefonieren bei Skype, wenn beide Gesprächspartner über einen Account verfügen und direkt über das Internet telefonieren. Wird via Skype auf das Festnetz angerufen, dann kosten Anrufe aus dem Ausland ins deutsche Festnetz rund zwei Cent.

Eine weitere ähnliche Variante sind Dienste wie Jaxtr. Diese gibt es inzwischen auch als Apps für das iPhone und Android-Geräte. Hier ruft man zunächst eine lokale Telefonnummer an, die vom Anbieter der App vorgegeben wird. Anschließend gibt man die Telefonnummer des gewünschten Gesprächspartners ein und telefoniert so zum jeweiligen Ortstarif. Beide Programme beziehungsweise Anwendungen funktionieren allerdings nur mittels einer bestehenden Internetverbindung. Steht Ihnen kein offenes und kostenfreies Mobilfunknetz zur Verfügung können diese Varianten schnell teurer werden als ein Standrad-Anruf.

Mit SIMs als Prepaid-Tarif zum Inlandstarif telefonieren

Wer einen längeren Aufenthalt im Ausland plant und das Handy auch dazu benötig, sich innerhalb des Reiseorts zu verständigen, der sollte die Anschaffung einer Prepaid-Daten-Sim Card in Erwägung ziehen. Das lohnt sich besonders für Nicht-EU-Länder. Entsprechende Urlaubs-Prepaid-Sim Cards können Sie über das Internet bestellen, diese sind meist weltweit gültig und können auch in Deutschland genutzt werden. So verfällt kein Guthaben.

Dabei müsse Sie allerdings beachten, dass Urlaubs-Prepaid-Simkarten von TouristMobile, Solomo und anderen Billig-Anbietern nur im Callback-Verfahren gelten. Das heißt, der Handy-Besitzer muss zunächst eine spezielle Nummer anrufen, legt auf und bekommt im Anschluss einen Rückruf eines Telefoncomputers. Nur über diesen können die Telefonate geführt werden. Allerdings wickeln einige Smartphones diesen Gesprächsaufbau automatisch ab, so dass der Rückruf hinfällig wird.

Natürlich können Sie auch Angebote auf Prepaid-Basis lokaler Netzbetreiber nutzen. Mit diesen telefonieren Sie zu Inlandstarifen. Bei allen Prepaid-SIM-Karten gilt es jedoch zu beachten, dass dazu auch einen neue Web-SIM und damit eine neue Rufnummer gehören. Somit sind Sie nicht mehr über Ihre alte Nummer zu erreichen.

Urlaubsgrüße per SMS - Wiki

Die günstigste Methode sich aus dem Urlaub zu melden ist aber die SMS. Die Kurzmeldungen sind in der Regel viel billiger als Telefonate. Innerhalb der EU dürfen Telekommunikationsanbieter nicht mehr als elf Cent verlangen. Und dieser Betrag sinkt im Juli 2013 nochmals auf zehn Cent. In Reiseländern außerhalb der EU, zum Beispiel in der Schweiz oder der Türkei werden für SMSen jedoch schon 39 Cent fällig. In anderen Ländern können diese aber sogar bis zu 59 Cent kosten. SMSen zu empfangen ist, wie in Deutschland auch, kostenlos.

Diese Preise gelten jedoch nur für normale SMS. MMS-Nachrichten bleiben immer noch eine Kostenfalle. Denn nicht nur der Versand sondern auch das Empfangen solcher Multimedia-Nachrichten kostet. Bis zu zwei Euro können Anbieter verlangen, wenn MMS aus dem Ausland nach Deutschland geschickt werden. Digitale Urlaubsgrüße verpacken Sie daher besser in eine kurze Textnachricht.

Wenn Sie also die Koffer für den großen Sommerurlaub packen, sollten Sie sich unbedingt auch etwas Zeit für ihr Mobiltelefon nehmen. Informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter über Urlaubs-Pakete, vergleichen Sie Preise und ändern sie bei Smartphones gegebenenfalls ein paar Geräteeinstellungen. So können Sie unnötige Kosten vermeiden und den Urlaub unbeschwert genießen.

Autor: Boe