E-Book-Reader: Angebote und Tarife

Lange konnten E-Book-Reader nur über den PC mit neuen Büchern gefüttert werden. Mittlerweile kann man aus den Online-Shops der Anbieter neuen Lesestoff per WLAN oder Mobilfunk herunterzuladen.

Surfen, bestellen, lesen

Durch immer bessere Rechenleistung und wohl auch in Konkurrenz zu Tablet-PCs werden E-Book-Reader mit immer mehr Funktionen ausgestattet. Neben einem MP3-Player und einer Vorlesefunktion können sich immer mehr E-Book-Reader mit dem Internet verbinden.

Über WLAN oder Mobilfunk können Ebook-Nutzer auch von unterwegs neue Bücher herunterladen, ohne den Umweg über den heimischen PC nehmen zu müssen. Dennoch stellt der E-Reader keinen Ersatz für einen Tablet-PC dar. Der Internetzugang bei E-Book-Readern beschränkt sich in der Regel auf den Online-Shop des jeweiligen Anbieters.

E-Reader ist keine Tablet-Alternative

Die meisten E-Reader verfügen mittlerweile über ein WLAN-Modul. Damit können sich die Geräte entweder zuhause oder an einem öffentlichen Hotspot mit dem Internet verbinden. Je nach Modell kann über das WLAN-Modul nur in bestimmten Online-Shops eingekauft werden. Bei einigen Readern ist hingegen ein Browser vorhanden, mit dem Nutzer frei im World Wide Web surfen können. Aber: Man sollte nicht vergessen, dass es sich hierbei immer noch um einen E-Reader und nicht um einen Tablet handelt. Komfort und Geschwindigkeit sind deutlich geringer als bei iPad und Co. Hinzu kommt, dass E-Book-Reader in der Regel nur über einen Schwarz-Weiß-Display verfügen.

Online gehen via UMTS

Mittlerweile unterstützen einige Reader neben WLAN auch die 3G-Technik. Das bedeutet, dass das Gerät auch im UMTS-Netz genutzt werden kann. Beispiele hierfür sind der Kindle 3G von Amazon oder der Oyo II von Thalia. Eine Sim-Karte muss hier nicht – wie bei Tablets oder Surfsticks – eingesteckt werden, da sie bereits integriert ist. Somit müssen E-Reader-Nutzer auch nicht erst einen teuren Datentarif buchen, um unterwegs online zu gehen. Wenn Sie einen E-Book-Reader mit einem Mobilfunkmodul kaufen, erwerben Sie gleichzeitig das Nutzungsrecht für den kostenlosen Internetzugang.

Aber: Auch hier gibt es Einschränkungen. Kostenloses Surfen via Mobilfunk ist nur auf bestimmten Shops möglich. Um Begriffe zu klären, ist meist noch der Weg zu Wikipedia offen. Andere Adresseingaben führen im Browser nur zu Fehlermeldungen. Freies und vor allem kostenloses Surfen im World Wide Web ist also nicht gestattet.

An bestimmte Netze gebunden

Der Grund für die Einschränkung: Die Anbieter der E-Reader stellen den Internetzugang nicht selbst bereit, sondern schließen dafür Verträge mit Netzbetreibern ab. Die Hersteller zahlen für den Datenverkehr und wollen die übertragenen Datenmengen in Grenzen halten. Wenn jeder Nutzer eines E-Book-Readers unbegrenzt ohne weitere Kosten surfen könnte, würde dies zu einer Explosion des Datenaufkommens führen – und zu einer hohen Mobilfunk-Rechnung für die E-Reader-Anbieter.

Wenn Sie beispielsweise Besitzer des Kindles von Amazon sind, surfen Sie im Mobilfunknetz von Vodafone Deutschland und Partnernetzen. Der mobile Internetzugang ist aber ausschließlich für den Bücherkauf auf amazon.de gedacht. Wer sich Bücher von amazon.com herunterlädt, überträgt die Werke auf den Kindle per Roaming über den US-Betreiber AT&T.

Im Oyo II mit WLAN+3G wurde eine Sim-Karte des Herstellers Medion verbaut. Diese ermöglicht es Nutzern, innerhalb von Österreich die Online-Shops von Thalia (Thalia.de; Thalia.at) ohne weitere Kosten zu nutzen. Eine alternative Sim-Karte kann in das Gerät nicht eingesetzt werden.

Kombi-Angebote denkbar

Der mobile Internetzugang über den E-Reader wird von den Hersteller-Shops also hauptsächlich als Verkaufskanal genutzt. Größere Freiheiten – was das mobile Surfen betrifft – sieht das derzeitige Geschäftsmodell nicht vor.

Möglich sind hingegen weitergehende Kooperationen zwischen E-Book-Anbietern und Netzbetreibern. Somit wären Kombi-Angebote vorstellbar, die einen E-Reader mit einem Datentarif verbinden. Auch das Erstarken nicht proprietärer Reader – also von Geräten, die an keinen bestimmten Shop geknüpft sind – könnte zu einer Öffnung für weitergehende Internetnutzung führen. Allerdings sind solche Pläne bislang nicht bekannt.