Schnelles mobiles Internet: HSPA in Österreich

Österreich ist beim mobilen Datenfunk europaweit eine der führenden Nationen. Der Gang ins Internet per Festnetz und DSL ist hier weit weniger verbreitet als beispielsweise in Deutschland.

Die Anbieter offerieren günstige Datentarife und ein gut ausgebautes Funknetz. Deswegen gehen die Österreicher oft mit dem Notebook oder dem Netbook und einem Modem ins UMTS-Netz, das gut mit schnellen Datenübertragungstechnologien wie HSDPA, HSUPA und seit neuestem auch HSPA+ aufgerüstet ist.

Für viele Österreicher ist der Mobilfunk eine vollwertige Alternative zum Anschluss per Festnetz. Mobile Dienste werden gerne zuerst in Österreich ausprobiert: „Neue Service-Angebote, die auf schnelles mobiles Internet setzen, fanden zunächst im gut ausgebauten UMTS-Netz von A1 Telekom Austria einen Testmarkt“ so schreibt etwa die Zeitschrift „connect“.

Bei Netztests von „connect“ kann der Branchenführer A1 Telekom Austria mit einem UMTS/HSPA-Netz so gute Ergebnisse vorweisen, dass er nicht nur bei der Datenübertragung in Österreich den ersten Platz belegte – er ist auch besser als alle Mobilfunkbetreiber, die in Deutschland oder der Schweiz ein eigenes UMTS-Netz unterhalten.

A1 Telekom Austria startet mit HSDPA

Im Jänner 2006 führte A1 Telekom Austria HSDPA ein, zunächst einmal in Teilen Wiens und mit einer Geschwindigkeit von 1,8 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), gleichzeitig gab es eine Datenkarte für die neue schnelle Technologie, die Vodafone Mobile Connect Card Breitband die HSDPA, UMTS und EDGE beherrschte. Dann wurde HSDPA mit 3,6 Megabit gestartet, im September gab es einen Laptop mit integriertem HSDPA-Modem. Im Februar 2007 wurde im ersten Bezirk Wiens HSDPA 7,2 mit der entsprechenden Geschwindigkeit beim Herunterladen eingerichtet und HSUPA fürs Senden von Daten mit bis zu 1,4 Megabit pro Sekunde. Seit April 2009 wurde auch HSUPA 5,7 in den verkehrsintensiven Teilen des Netzes aktiviert. Am 23. März 2009 startete A1 Telekom Austria den kommerziellen Betrieb von HSPA+ mit bis zu 21 Mbit/s. Im Dezember 2010 meldete das Unternehmen den Ausbau mit HSPA+ mit der Zwei-.Antennen-Technologie auf theoretische Raten von 42 Mbit/s in besonders verkehrsintensiven Gebieten.

T-Mobile ist als erster österreichweit mit HSDPA

T-Mobile Austria meldete im März 2006 als erstes Unternehmen die österreichweite Versorgung mit HSDPA und zwar überall dort, wo bereits das UMTS-Netz von T-Mobile verfügbar war. Auch hier gab es erst einmal theoretische Spitzengeschwindigkeiten von 1,8 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen von Daten, auch hier wurde zügig auf die nächste Stufe von 3,6 Mbit/s aufgerüstet. „Unser HSDPA-Netz ist ebenso wie UMTS in ganz Österreich ausgebaut“, so erklärte Georg Pölzl, damals Vorsitzender der Geschäftsführung von T-Mobile Austria, „bereits zum HSDPA-Start sind nicht nur alle Landes- und Bezirkshauptstädte, sondern auch alle Orte ab 4000 Einwohnern mit HSDPA und UMTS versorgt. Damit können T-Mobile Kunden auch in vergleichsweise kleinen Orten wie etwa Birgitz in Tirol, Ebenthal in Kärnten, Gries in Salzburg, Lochau in Vorarlberg, Gross-Gerungs im nördlichen Waldviertel oder Neustift im Stubaital mit Highspeed mobil ins Internet einsteigen.“ In der Folge vermarktete das Unternehmen seine mobilen Datentarife als Alternative zum fixen Internetanschluss per Kabel und erhöhte im Juni die Höchstgeschwindigkeit auf 3,6 Mbit/s.

Seit Jänner 2011 bietet auch T-Mobile Austria HSPA+ und eine Geschwindigkeit von 21 Mbit/s; langfristig strebt man eine Übertragungsgeschwindigkeit von 42 Mbit/s beim Herunterladen von Daten (Download) an.

Drei: 94 Prozent mit HSPA+

Der Mobilfunkanbieter „Drei“ (Hutchison 3G Austria) hat sich, wie der Name schon andeutet, von Beginn an auf das UMTS-Mobilfunknetz der dritten Generation beschränkt, seit Anfang Mai 2003 betreibt er ein UMTS-Netz.

Im Februar 2011 kündigte „Drei“ eine große Aufrüstung an, zusammen mit dem chinesischen Netzausrüster ZTE. Das UMTS-Netz wird demzufolge mit der Dual-Carrier-HSPA+-Technologie ausgerüstet und soll Übertragungsraten von bis zu 42 Mbit/s, sowie eine zehn Mal höhere Netzkapazität ermöglichen – also mehr Kunden versorgen.

Im Juni 2011 erreichte Drei mit HSPA+ eine Abdeckung von 73 Prozent der Bevölkerung, bis Herbst 2011 sollen alle 4000 Mobilfunkstandorte in Österreich damit ausgerüstet sein und eine Abdeckung von 94 Prozent erreichen.

Orange holt auf

Im Dezember 2006 kündigte Orange – damals noch One - an, bis Ende 2006 ganz Wien sowie einige Ballungszentren mit HSDPA zu versorgen, im ersten Quartal 2007 werde das gesamte UMTS-Netz mit mehr als 62 Prozent Bevölkerungsabdeckung auf HSDPA aufgerüstet. Bis dahin wurde gerade mal im ersten Wiener Bezirk diese Technik angeboten. Ab diesem Zeitpunkt seien Datenübertragungsraten von bis zu 7,2 Mbit/s möglich. Begründet wurde der Ausbau auch damit, dass per Kabel noch in weiten Teilen Österreichs kein schnelles Internet angeboten werde.

Für 2007 und 2008 erklärte One 260 Millionen Euro in den Ausbau der schnellen Netze zu stecken und bot in seinen Werbekampagnen „mobiles Breitband zu Festnetzpreisen“ an. Im März 2007 erklärte One, man könne nun bereits 65 Prozent der Bevölkerung in Österreich mit HSDPA versorgen. Schon 2009 kündigte man die Aufrüstung mit HSPA+ auf Geschwindigkeiten von 28 Megabit pro Sekunde an.

Seit März 2010 bietet Orange – so „Die Presse“ - in der Wiener Neustadt HSPA+ mit 42 Mbit/s an. Ab Februar 2011 kann man HSPA+ mit bis zu 42 Mbit/s auch an anderen Orten mit viel mobilem Datenfunk anbieten.